Fallschirmgeschichte.
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Im 18. Jahrhundert experimentierten Joseph Montgolfier, der spätere Erfinder des Heißluftballons, und der Physiker Sebastian Lenormand - unabhängig voneinander - mit dem Fallschirm. |
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Lenormand machte seinen Absprung am 26. Dezember 1783 von einem Baum. Die beiden Schirme die er benutzte, hatten einen Durchmesser von 1,5 m und die Enden der Fangleinen waren mit einer 1,5 m langen Holzleiste verbunden, an der Lenormand festhielt. Die Experimente wurden mit neuem Fallschirm - zunächst mit Lasten und Tieren - wiederholt. Dieser Fallschirm war kegelförmig, hatte einen Durchmesser von 4,5 m, eine Kegelhöhe von 2 m und eine Fläche von 16 qm. Mit 32 Fangleinen waren Schirm und ein gepolsterter Holzsitz verbunden. Der Erfinder selbst sprang mit diesem Schirm vom Observatorium in Montpellier. In der weiteren Folge geriet die Entwicklung des Fallschirms mit der Erfindung des Heißluftballons in eine neue Phase. Nun dienten nicht mehr Türme, Häuser, Bäume und Felsvorsprünge zum Absprung, sondern Ballone in größeren Höhen. Jean Pierre Blanchard konstruierte 1784 einen Schirm mit einer flachen Kappe von 7 m Durchmesser. Diesen Schirm, dessen Stiel bis in die Gondel reichte, befestigte er unter dem Ballon. Im Notfall sollte er als Rettungsgerät dienen. Blanchard setzte vom Ballon mit kleinen Fallschirmen Tiere ab. Am 21. Vovember 1785 erwies sich sein Fallschirm als wirkliches Rettungsgerät. Sein Ballon drohte - infolge von Überdruck - zu zerplatzen. Blanchard stieß, um ein Platzen zu vermeiden, einige Löcher in den Ballon. Das Gas strömte aber derart rasch aus, daß er sich nur mehr mit dem Fallschirm retten konnte. Dies war zugleich die erste Luftrettung in der Geschichte der Luftfahrt. Den ersten freiwilligen Absprung aus einem Luftfahrzeug machte der französische Luftschiffer Andre Jacques Garnerin. Am 22. Oktober 1797 sprang er von einem Ballon aus 1000 m Höhe über Paris ab. Garnerin zerschnitt die Halteschnüre - der Fallschirm hing schlaff am Ballon - zwischen Ballon und Fallschirm. Im selben Moment zerplatzte der offensichtlich zu prall gefüllte Ballon. Mit zunehmender Fallgeschwindigkeit öffnete sich der Fallschirm und schwebte in Pendelbewegungen zu Boden. Da die Kappe noch keine Scheitelöffnung hatte, mußte die Luft seitwärts ausweichen, was zu den starken Pendelbewegungen führte. Garnerin berücksichtigte diese Erfahrung bei der Konstruktion des nächsten Fallschirms. Die Kappe hatte jetzt oben eine Scheitelöffnung, so daß die angestaute Luft nach oben entweichen konnte und somit die Pendelbewegungen ausblieben. Von Anfang an war das Fallschirmspingen nicht nur reine Männersache. Elisabeth Garnerin sprang über vierzig Mal aus dem Ballonkorb. Die Französin Poitivin vollführte zwischen 1849 und 1852 insgesamt 38 Absprünge. Ihr Höhenrekord von Parma, aus 1800 m Höhe, wurde erst 1931 von der Deutschen Lola Schröter mit einem Sprung aus 6000 m Höhe überboten. Seit dieser Zeit war die Entwicklung nicht mehr zu bremsen. In Deutschland konstruierte Am 28. April 1919 setzte der Amerikaner Leslie L. Irvin einen weiteren Meilenstein. Er sprang aus 450 m Höhe aus einem Doppeldecker und ließ sich frei durch die Luft fallen, ohne mit dem Flugzeug verbunden zu sein. Richard Kohnke, der Vater des deutschen Fallschirmsports, sprang 1930 aus 7800 m Höhe ab und ließ sich 142 Sekunden lang frei fallen. Bis zum heutigen Tage hat die Entwicklung nicht aufgehört. Heute springt man mit äußerst zuverlässigen und steuerbaren Flächenschirmen und es werden Öffnungsautomaten benutzt, um einen hohen Grad an Sicherheit zu gewährleisten. |